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.: Roman
Der Durchbruch des Naturalismus erfolgte zunächst auf
diesem Gebiet.
"Trotz zahlreicher Ansätze ist es den deutschen
Naturalisten nicht gelungen, den ersehnten zeitgemäßen
Großstadtroman von Rang zu schreiben." (Sorensen)
Von entscheidendem Einfluß ZOLAs Theorie Le Roman expérimental.
Aufgabe des Dichters: "alle Ereignisse auf den erfahrungsgemäß
richtigen Beweggrund zurückzuführen". (Zola)
.: Der frühnaturalistische Roman:
 
war nur in seinen sozialkritischen Themen, in seiner Betonung
psychologisch-pathologischer Züge und in der Wiedergabe
des Details naturalistisch, während Sprache, Stilmittel
und manche Einzelmotive noch eine Verwandtschaft mit dem jungdeutschen
Roman zeigten. Erst in den Skizzen von HOLZ und SCHLAF herrschte
Einheit von Stoff und Form. (z.B. Papa Hamlet - unter dem
norwegischen Pseudonym BJARNE P. HOLMSEN veröffentlicht.
.: Psychologischer Roman:
Stand an erster Stelle.
.: Bohemien-Roman:
nach skandinavischen Muster schuf man diesen, der die Gesellschaftskritik
aus der Sicht des Literaten und Künstlers ansetzte.
Bei HOLZ und SCHLAF (in den Skizzen) ? brutal illusionslose
Darstellung der Künstler- und Boheme-Existenzen.
.: Andere Prosa-Werke
Erzählungen, Skizzen, Studien, Naturschilderungen -
alle Formen, die Stimmung und Milieu darstellen.
.: Drama
Das Repertoire der deutschen Bühnen in den 1870er und
1880er Jahren wurde weitgehend durch unterhaltende französische
Konversations- und Gesellschaftsstücke (SCRIBE, SARDOU,
DUMAS) und deren deutsche Nachahmer (PAUL LINDAU) gedeckt.
Daneben fanden sich auch deutsche historisierende Schauspiele
(z.B. ERNST VON WILDENBRUCHs Hohenzollerdramen), in denen
das nationale Selbstbewußtsein gestärkt und die
nationale Vergangenheit verherrlicht wurden.
Vergeblich riefen die Kritiker nach einer eigenständigen,
gegenwartsbezogenen deutschen Dramatik. Stattdessen erschienen
in den 1880er Jahren IBSENs erste naturalistische Stücke
auf den deutschen Bühnen.
An ihnen schieden sich die Geister. OTTO BRAHM etwa, damals
noch ein junger Mitarbeiter an der bildungsbürgerlich
orientierten, liberalen Zeitschrift Deutsche Rundschau, die
IBSEN (und ZOLA) mit allen Mitteln bekämpfte, verließ
aus diesem Grunde die Zeitschrift und wurde Mitbegründer
des privaten Theatervereins Freie Bühne, nach dem die
gleichnamige, zunächst von OTTO BRAHM geleitete Zeitschrift
benannt wurde.
In diesem privaten Theaterverein, dessen geschlossene Aufführungen
der Zensur nicht unterstanden, wurden IBSENs Stücke gespielt,
vor allen aber auch die ersten deutschen Dramen des konsequenten
Naturalismus. So kam es am 20. Oktober 1889 zum historischen
Theaterskandal, als GERHART HAUPTMANNs Vor Sonnenaufgang
hier uraufgeführt wurde.(Sorensen)
- Die alten, "unnatürlichen" Hilfsmittel
wie Monolog und Bei-Seite-Sprechen fielen.
- Vers als unnatürlich abgelehnt.
- Richtschnur war die Umgangssprache: Dialekt, abgebrochene
Sätze, selbst grammatische Fehler schienen die Natürlichkeit
zu erhöhen.
ANZENGRUBER brach mit der Tradition des französischen
Gesellschaftsstückes und der üblichen Lustspiele.
Der endgültige Durchbruch des konsequenten Naturalismus
im Theater in den Dramen von HOLZ, SCHLAF und HAUPTMANN ist
verknüpft mit der Gründung der Freien Bühne
1889.
Einige Elemente des naturalistischen Dramas stammten aus
dem psychologischen Drama Ibsens, dessen typische Merkmale
sind:
- die Figur des Räsoneurs
- die geringe Personenzahl (durchschnittlich fünf)
- Rückkehr zur "natürlichen" Einheit
von Zeit und Ort
- Anwendung der analytischen Technik
- langsame Aufdeckung eines zurückliegenden Verbrechens
- unabwendbare Annäherung der Katastrophe - sie verlieh
dem Dialog Doppelsinn.
"Das Drama hat vor allem Charaktere zu zeichnen,
die Handlung ist nur Mittel." (ARNO HOLZ)
- Ausführliche szenische Bemerkungen
Die Bühne öffnete sich auch den untersten Schichten
- In HAUPTMANNS Dramatik ist jedoch hinter der sozialen eine
existenzielle Problematik zu erkennen: die Unauflöslichkeit
der Antinomien des Lebens, die in der göttlichen Welt
ihren Ursprung haben.
.: Lyrik
- Pathos, Schönheitsdrang, Mystik ausgeschlossen.
- Verwandte sie Motive aus der Technik und erfaßte
erstmals Großstadt und Großstadtmenschen.
- Formal blieb sie zunächst traditionell, knüpfte
vor allem an die des Vormärz an.
- "die Form und die Sprache der Gedichte bleiben
aber epigonal." (Sorensen)
HOLZ wollte auf "jede Musik durch Worte als Selbstzweck"
verzichten, wollte weder Reim noch Strophen noch freie Rhythmen,
sondern notwendige Rhythmen, die vom Stoff her sich der Prosa
nähern mußten.
Diese Thesen - Revolution der Lyrik (1899) fanden erst im
Expressionismus Widerhall.
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