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- Hitlers Ernennung zum deutschen Reichskanzler am 30. 01.
- "Machtergreifung" durch ihn und die NSDAP
- Verbot bzw. Auflösung der sonstigen bisherigen Parteien
- Beseitigung der Gewerkschaften
- "Gleichschaltung" des gesellschaftlichen Lebens
- Maßnahmen, Verordnungen, Gesetze veränderten
die Bedingungen für die deutsche (und seit 1938) für
die österreichische Literatur
- "Schwarze Liste" (im April) der "unerwünschten
Autoren"
- "Reichskulturkammergesetz" Aufgabe des Staates:
"innerhalb der Kultur schädliche Kräfte zu
bekämpfen und wertvolle zu fördern"
- In der Reichsschrifttumskammer wurden sämtliche Personen,
die Herstellung und Verbreitung von Literatur betrieben,
zwangsweise zusammengefaßt
- Nachweis der arischen Abstammung wurde gefordert
- Oberster staatlicher "Lenkungsapparat":Abteilung
Schrifttum in dem neugebildeten Reichsministerium für
Volksaufklärung und Propaganda.
.: Juden
- Im Sommer 1933 in Berlin der "Kulturbund deutscher
Juden gegründet"
- Der "Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde
in Deutschland" wurde 1935 der allein gestattete organisatorische
Zusammenschluß aller jüdischen Kulturorganisationen.
- Die Kulturbünde der Jahre 1933-38 wirkten in eingeschränktem
Maße bis 1941 waren "der größte freiwillige
Zusammenschluß von Juden in Deutschland ... ein moralisches
Reservoir ... Zentrum des geistigen Widerstandes" (HERBERT
FREEDEN)
.: NS-Literatur
- Bis auf die Lyrik gehört die während des Dritten
Reiches exemplarisch herausgestellte Literatur ihrer Entstehung
nach überwiegend schon dem vorausgegangenen Jahrzehnt
an.
- Dies gilt vor allem für Bücher, in denen die
Bewährung im "Feuer und Blut der Materialschlacht",
der "Frontgeist" und die "Kameradschaft"
verherrlicht wurden, und für eine bestimmte Art von
Heimat-Dichtung.
- "Blut-und-Boden"-Literatur
In der NS-Literatur:
- Verengung des Motivbestandes - immer wiederkehrende Bilder
und Symbole
- Als Vorbild und Wegbereiter galten: Volkslied, Soldatenlied
und Spruch, HÖLDERLIN, STEFAN GEORGE ("Das Neue
Reich")
- Vokabular: germanisierende Wörter, Glut- und Feuermetaphern,
Trommeln und Fanfaren, Schwerter, Banner, Fahnen, Erde,
Scholle, Art, Stamm und Blut, Weihe, Sendung, Heil, Glaube,
Dom, Altar, Führer, Führertum, Reich.
.: Literatur im Exil
- Die durch den Nationalsozialismus direkt oder indirekt
ausgebürgerte deutschsprachige Literatur, die so im
Ausland erscheinen mußte.
- "Innere Emigration", "Emigration nach Innen"
- Der Ausdruck "Innere Emigration" wurde wahrscheinlich
Ende 1933 durch FRANK THIEß in einem Protestbrief
gegen die Verbrennung zweier seiner Bücher erstmalig
schriftlich fixiert.
- Hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Brauchbarkeit und
Interpretation umstritten.
- "Innere" und "äußere" Emigration
standen in den Offenen Briefen (1945/46) zur Erörterung.
- Hauptsprecher WALTER V. MOLO und FRANK THIEß einerseits
und THOMAS MANN andererseits.
- "Emigration nach innen" wurde nach 1945 auch
von Unberechtigten als Alibi in Anspruch genommen.
.: Ausländische Einflüsse
- Besonders zwei Werke entscheidend:
- MARCEL PROUST "Suche nach der verlorenen Zeit"
- IREN JAMES JOYCE "Ulysses"
Beide sind beeinflußt von dem durch HENRI BERGSON
im Gegensatz zu den Naturwissenschaften entwickelten
Begriff der eigentlichen, der gelebten Zeit, der "durée
réelle"
Charakteristisch:
- Die chronologische Zeitfolge wird zertrümmert - Simultaneität
des Vergangenen und Gegenwärtigen.
- Der "innere Monolog"
- Aufdeckung der durch die Psychoanalyse erfaßten
Welt des unbewußten Trieblebens
- Der Mensch erscheint ohne Mitte, nur als exemplarischer
Typ einer modernen Lebenshaltung.
- Illusionslose Härte bei der Enthüllung des menschlichen
Seelenlebens (auch bei amerikanischen Schriftstellern)
- Schonungslosigkeit in der Darstellung menschlicher Schwächen
und Laster auch in der neueren religiösen Literatur.
- Montagestil, unter Einbau von zeitgenössischen Schlagzeilen
und Slogans.
- Erzählperspektive, wechselnde "Standpunkttechnik"
Das Bemühen um die Aneignung und Sichtbarmachung eines
neuen Wirklichkeits- und Weltbildes führte zum Zurücktreten
der Fabel und der Stimmung hinter der Reflexion.
Es kann festgestellt werden, daß die moderne Literatur
"ganz bewußt einen Teil der metaphysischen Arbeit,
die z. B. im 19. Jh. von der philosophischen Systematik geleistet
wurde, übernommen hat" (MAX BENSE)
Die denkerische Überwindung des Zerfalls, der sich keine
Realität als Stütze bietet, führte zum inhaltlichen
wie formalen Experiment, zur Zerstörung und Verzerrung
der Sinnenwelt, zur bewußten Zuspitzung von Gestalten
und Ereignissen zum Modell, zur Formel, zur Allegorie, zur
Erweiterung des Bewußtseins- und Erlebnishorizontes
ins Unbewußte und Überwirkliche, zur Gestaltung
eines neuen Mythus. Mit dieser aus dem Expressionismus herrührenden
Neigung zur Abstraktion trat die moderne Literatur in ein
"Zeitalter der Utopie".
Gestaltung politischer oder wissenschaftlicher Utopien (HESSE,
WERFEL, JÜNGER, H. MANN)
Rückgriff auf das Mythisch-Archaische (T. MANN)
Im Bereich der christlichen Dichtung - Mythisierung des teuflischen
Prinzips (LANGGÄSSER)
Während hinter dem Bild des zukünftigen Menschen
die Geschichte als literarisches Thema zurücktrat, wurde
sie für den christlichen Autor gerade der Stoff, an dem
sich das Wirken Gottes und der Bezug des Menschen auf das
Transzendente sichtbar machen ließ.
Die Forderung der Literatur des sozialistischen Realismus
griff über den Rahmen des Gegenwärtigen und Gegebenen
hinaus, wobei sie sich auf den wissenschaftlichen Charakter
des dialektischen Materialismus stützte.
Der Mensch in der Literatur dieser Epoche wurde Modellfigur,
ein exemplarischer Fall, sei es der Ausgesetztheit und Unsicherheit
(T. MANN, KAFKA, MUSIL, BROCH), sei es der Geborgenheit in
Gott (GERTRUD VON LE FORT, REINHOLD SCHNEIDER), sei es des
kämpferischen Proletariats (BRECHT).
- Die Handlung wurde Gleichnis, Parabel.
- Überzeugung: das Wirkliche der Kunst liegt jenseits
der dinglichen Erscheinung Þ Bestreben: das Mehrschichtige
der Dinge zu treffen, das Verborgene, die Transparenz sichtbar
zu machen.
- Der chronologische und psychologische Zusammenhang aufgelöst.
- Andersartige Verknüpfung durch Assoziation, Präfiguration,
Ein- und Überblendung, Montage hergestellt.
- Simultaneität zeitlich und örtlich auseinanderliegender
Geschehnisse erreicht.
- Der Dichtergreift durch Kommentar, Zitat, Verweis, Essay
in das Kunstwerk ein, verbirgt sich hinter schillernder
Ironie und distanzierenden rzählerfiguren
.: In der Sprache
Vom Naturalismus wirkte die Neigung zur Präzision und
die Verwendung der Alltagssprache nach das Recht auf "Freiheit
der Benennung", das Bewußtsein, daß der Dichter
"vom Wort her die Welt neu machen" kann (MAX BENSE)
- Tendenz zur Stilisierung, Verknappung, Ballung im Sinne
von Andeutung, Distanz, Untertreibung ("Understatement")
Methode der "Unterkühlung", des "Verfremdung-Effekts"
(BRECHT), "Technik des Entzugs" (ERNST JÜNGER).
Die Beherrschung des Handwerks gewann höheren Rang als
die Inspiration
Gattungen Entleerung und Zertrümmerung der alten Formen
- es entstanden neue, mit denen die Gattungsgrenzen überschritten
und verwischt wurden.
Zu besonderer Geltung gelangten: Essay, Skizze, Tatsachenbericht,
Reportage, Brief und Tagebuch (teils an die Stelle früher
bevorzugter Gattungen, teils drangen sie in sie ein).
Kleinformen geeignet für einprägsame Belehrung.
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