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Politischer Hintergrund
- Die Romantiker zeigen nicht nur ein philosophisch betrachtendes,
sondern auch handelndes Verhältnis zu Staat und Volk.
- Hinwendung zur deutschen Vorzeit und zum Mittelalter
des deutschen Kaisertums romantischer Geschichtsmythos.
1789 - Französische Revolution <-> Politische
Situation in Deutschland - noch immer von einer Vielzahl von
Feudalstaaten bestimmt, das aufstrebende Bürgertum gewinnt
nicht die Vormachtstellung, sondern bleibt in seiner "Mittellage".
Das deutsche Bürgertum begrüßt zwar die Ideen
der Französischen Revolution (Forderung nach Freiheit,
Gleichheit, Brüderlichkeit), schreckt aber vor politischen
Konsequenzen zurück.
Es kommt zu Arrangements mit dem sog. aufgeklärten Absolutismus.
Künstler sind wichtige kulturelle Funktionsträger
(Goethe, Schiller, Beethoven).
Erst mit der Künstler-Generation von Franz Schubert oder
Heinrich von Kleist entsteht die Vorstellung des "freien
Künstlers".
In den meisten Fällen gelingt aber ihr Unternehmen nur
sehr kläglich.
Wichtiger als die politische Stellungnahme der einzelnen
Romantiker ist dabei die Tatsache, daß die Idee der
Revolution unter den Früh-Romantikern, besonders bei
Fr. Schlegel und Novalis, weit über die politische Dimension
hinausging. [...] In der politischen Revolution sahen sie
vor allem die notwendige Durchgangsstufe auf dem Wege zu einer
Revolutionierung der Denkart, die sich auf den ganzen Bereich
des geistigen Lebens erstrecken sollte. Das für Fichte
und viele Früh-Romantiker charakteristische dialektische
Geschichtsdenken, die Vorstellung also, daß die Weltgeschichte
durch einen unablässigen Prozeß der Bewegung von
einander Widersprechendem vorangetrieben wird, bestimmte weitgehend
die Auffassung der Früh-Romantiker von der Französischen
Revolution. [...] Die nach der Revolution erfolgenden sogenannten
Koalitionskriege zwischen dem revolutionären Frankreich
und den Fürsten Europas griffen unmittelbar in das alltägliche
Leben der Deutschen ein und beeinflußten Teile des literarischen
Lebens maßgeblich. Die Radikalisierung der Revolution
durch die Jacobiner führte nicht nur zur Hinrichtung
des französischen Königs 1793, sondern auch zu militärischen
Gegenangriffen Frankreichs auf Europa, zur Befreiung
der Völker, wie die Revolutionspropaganda verkündete.
(Srensen, S. 293)
Kriege - in deren Rahmen Napoleon 1799 durch einen Staatsstreich
an die Macht gelangt und die 1806 zur Auflösung des Heiligen
Römischen Reichs Deutscher Nation führen, zeigen
ein doppeltes Gesicht:
- idealiter - "Befreiungskriege"
- schreckliche Gemetzel, von deren Realität Dichter
abgestoßen werden.
Niederlage Preußens gegen Napoleon, Auflösung des
Deutschen Reichs (1806) Gegentendenz => das deutsche Nationalbewußtsein
erstarkt, führt zu dem übersteigerten Nationalstolz.
Es entsteht ein zusammengesetztes Spannungsgefüge:
- aus der großen Bewegung des Aufbruchs in eine neue,
revolutionäre Zeit
- aus dem Verlust der Welt- und Gesellschaftsordnung
- aus der resignativen Abkehr von der politischen Welt mit
einer Hinwendung einerseits zum Nationalismus und andererseits
zur Innerlichkeit [Härle]
Ursprünglich politische Aufgeschlossenheit (Griechenbegeisterung)
weicht in der Spätromantik einem Drang zur Unterordnung
unter Ganzheiten wie Religion, Volk, Staat.
Historismus und Verehrung von Gegebenheiten, Überlieferungen
begründet eine stark konservative Haltung -> dies
führt zur Restaurationspolitik.
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