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Begriff und Einteilung:
Der Begriff »romantisch« ist vielschichtig
und mehrdeutig.
Alltagssprachlich: wird es meistens mit bestimmten
Gefühlsbilder verbunden, wie »stimmungsvoll, märchenhaft,
verzaubert«; die Vorstellung einer harmonischen Atmosphäre,
die Wünsche nach Wärme, Nähe, Geborgenheit
und Liebe, die Bereitschaft zu Harmonisierung, Anschmiegsamkeit
und Konfliktvermeidung gehören dazu. [Härle]
Ursprünglich: wie das ältere romanisch des
17. und 18. Jh. in der ablehnenden Bedeutung von im »Roman«
vorkommend.
Dieser Begriff ist dem Englischen romantic entlehnt und bezeichnet
so das Romanhafte, Abenteuerliche und das Mittelalterliche.
Im Laufe des 18. Jhs. kommt die Bedeutung von unwirklich,
überspannt, krankhaft dazu.
Es bezeichnet auch eine bestimmte Landschaft und ein Naturgefühl,
das Wilde und Wildschöne, die malerische Regellosigkeit,
Ruinen
Als romantisch = romanisch ist Gegensatz zu antik. So umfaßt
die nordisch-germanische und die südlich-romanische Kultur
des Mittelalters.
Dadurch wird es mit einer Kritik an den Leitideen der Klassik
(ihrer Bezugnahme auf die griechische Antike), aber auch mit
einer schwärmerischen Rückbesinnung auf das deutsche
christliche Mittelalter als eine Zeit der Hochblüte deutscher
Kultur und »geheimnisvoller« Dunkelheiten verbunden.
Romantiker beginnen mit der Sammel- und Herausgebertätigkeit
der alten deutschen Texte.
Friedrich Schlegel dehnt den Begriff auf die moderne Poesie
aus.
Novalis setzt das Romantische mit dem Poetischen gleich.
Geistesgeschichtlich erscheint die Romantik als letzte Entwicklungsstufe
des deutschen Idealismus (deutsche Bewegung).
Abgründe des Seelischen, Traum, Sehnsucht, Unbewußtes,
Dämonisches
wurden in der Romantik für entscheidend gehalten.
Auch die Spannbreite zwischen höchster Sehnsucht nach
Geschlossenheit und Harmonie, Hoffnung, Liebe, tiefster Zerrissenheit,
unaufhebbare Ortlosigkeit in dieser Welt, die prinzipielle
Unerreichbarkeit der erstrebten Mensch-Natur-Harmonie, Verzweiflung,
(Selbstmord) ist charakteristisch.
Bezeichnende Kategorien, die selbst von Romantikern verwendet
werden:
- Unendlichkeit
- das Elementarische
- Universalismus
aber auch die Gegenkategorien sind möglich.
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